Unsere Hunde sind keine Nutztiere, die im besten Alter von uns gehen – sie sind Familienmitglieder und sollen sich wohl fühlen, gesund bleiben und möglichst lange leben.

Gesunde Ernährung trägt dazu bei.

 

 

 

 

 

WAS ist/ißt der Hund eigentlich?

 

Wölfe fressen in erster Linie Beutetiere, nicht nur deren Fleisch sondern auch die inneren Organe, das Gehirn, Rippen, Knorpel und Knochen und nicht zuletzt trinken sie auch deren Blut. Bei Nahrungsknappheit weichen sie aber auch auf andere Kost aus. Um nicht zu verhungern fressen sie Wildfrüchte, Wurzeln oder auch Aas. In Alaska gibt es Populationen die sich auf den Fang und das Fressen von Lachsen spezialisiert haben. Studien zeigen, dass Hunde in der Lage sind die notwendigen Enzyme zu produzieren, um all das verdauen zu können und um daraus Lebensenergie zu gewinnen.

 

Neueste Forschungen belegen sogar, dass der Wolf in der Zeit als der Mensch begann Ackerbau zu betreiben wesentliche Änderungen durchgemacht hat.**

**Forschergruppe aus Schweden/Axelson et. Al., 2013 fanden heraus, dass Hunde im Vergleich zu Wölfen z.B. viel mehr Kopien des AMY2B-Gens haben. Ähnlich passte sich auch das Erbgut des Menschen an, durch das Seßhaftwerden und durch die veränderte Ernährung mit Getreide. 

 

Obwohl Getreide kein urnatürliches Futter des Wolfes ist haben unsere heute lebenden Hunde doch die Möglichkeit Enzyme zum Verdauen von Kohlenhydraten zu entwickeln. Der eine mehr, der andere weniger. Voraussetzung dafür ist, dass die Kohlenhydrate durch Erhitzen aufgespalten werden. Das heißt: man muss sie kochen!

 

Natürlich gibt es auch viele Hunde die Getreide gar nicht verdauen können. In diesem Fall sind gekochte Kohlenhydrate immer noch gute Ballaststoffe und regen die Darmbewegung und Darmgesundheit Ihres Hundes an.

 

Wenn Ihr Hund aber mit Durchfall bis hin zu Allergien auf Kohlenhydrate reagiert so verträgt er sie nicht. Dann sollten sie darauf achten, dass er auch mit Fertigfutter keine Kohlenhydrate erhält.

 

Wolf und Hund werden zur zoologischen Ordnung der Carni-Omnivoren gezählt. Das bedeutet, dass sie keine reinen Fleischfresser sind, sondern eher Allesfresser mit überwiegend fleischlicher Kost. Ihr Bedarf an Nährstoffen unterscheidet sich aber wesentlich von dem Bedarf eines Menschen. Schon allein die Tatsache, dass Hunde/Wölfe viel mehr Haare produzieren als wir Menschen macht einen gewaltigen Unterschied im Bedarf der Nährstoffe. Wußten sie dass ein Hund ein DRITTEL des täglich benötigten Eiweiß nur für das Wachstum und den Erhalt seines Felles benötigt? Auch der Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen wie z.B. Calcium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Zink und Jod ist um ein Vielfaches höher.

 

Im industriell gefertigten Hundefutter müssen alle Nährstoffe, Mineralstoffe, Vitamine und essentiellen Fettsäuren im annähernd richtigen Maß für die Gesunderhaltung des Hundes enthalten sein. Darum ist Fertigfutter eine gute Methode den Hund zu ernähren, wenn es nicht ausschließlich und vor allem nur in bester Qualität gereicht wird. Leider ist der Verkauf von Tierfutter ein unglaublich gutes und weltweit riesiges Geschäft, sodass man schon sehr genau darauf achten muss was letztlich wirklich im Futter enthalten ist. 

 

Selbst gefertigte Rationen haben den Vorteil, dass man genau weiß was im Futter enthalten ist und dass die Rohstoffe frisch und möglichst wenig behandelt in den Napf kommen. So werden Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, sowie auch die so wichtigen essentiellen Fettsäuren erhalten und dem Hund vermehrt zugeführt. Man muss allerdings wissen, was der Hund benötigt und in welchen Nahrungsmitteln das enthalten ist um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

 

Denn es ist nicht ganz einfach das „Beutetier“ im Napf nachzubauen. Wesentliche Inhaltstoffe können wir, mit den am Markt erhältlichen Zutaten von Fleisch und Innereien, gar nicht bieten. Gehirn z.B. darf von unseren Nutztieren – seit Rinderwahn – gar nicht mehr verkauft werden. Dadurch fehlen die wesentlichen Fettsäuren. Die im Fleisch und den Innereinen gar nicht enthalten sind. Blut ist schwer zu bekommen – es ist der Hauptlieferant für die Mineralstoffe Natrium und Eisen.

 

B.A.R.F. ist das moderne Konzept für die „artgemäße“ Rohfütterung von Wolf und Hund. Es entspricht – ganz einfach ausgedrückt – dem Beutetier Marke Eigenbau. Alle Lebensmittel sind frisch und weitgehend unbehandelt, also naturbelassen. Getreide und künstliche Zusätze werden möglichst vermieden. Vor allem bei empfindlichen Tieren und Futtermittel-allergikern ist dies ein großer Vorteil.

Ich rate allen Interessierten zum Lesen des Buches:

"Hunde barfen - alles über Rohfütterung" von Dr. med. vet. Julia Fritz

- eines der übersichtlichsten Werke zum Thema "Hundeernährung". Spannend zu lesen und gut verständlich stellt sie alle Möglichkeiten der Fütterung einander gegenüber.

 

Für Interessierte gibt es zum Thema Hundeernährung eine Reihe von Ratgebern und Sachbüchern. Allen voran die „Standardwerke“ wie z.B.:

.) der ganzheitliche Gesundheitsratgeber vom Amerikaner Dr. Pitcairn, 1982 (er sieht in
 der Kombination von rohem Fleisch, Milchprodukten, gekochtem Getreide und
 gekochten Hülsenfrüchten die beste Mischung)

.) „Give your dog a bone” vom australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst

.) “the holistic guide for a healthy dog” von Wendy Volhard

.) ”Raw meaty bones” von Tom Lonsdale

.) die deutsche Broschüre zur Rohfütterung von der Züchterin Swanie Simon 

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